Vorgestellt – Der Kieler Förde Cup

Regattasegeln vor der Haustür / Regattasegeln mit Fahrtenbooten

Ulf Greve , Axel Ramthun

Wer sich segelnd auf dem Wasser bewegt, kennt die Situation. Sie kommt nicht immer, aber häufiger, als viele von uns zugeben würden. Ist weit und breit niemand zu sehen, passen Trimm, Geschwindigkeit und der Spaß am Segeln. Sobald jedoch ein anderes Boot in gleicher Richtung näherkommt, egal ob wir aufholen und eingeholt werden, verändert sich etwas. Segelstellung und Kurs werden geprüft, die Segelwahl nochmals bewertet – wir sind in einen Wettbewerbsmodus gewechselt, da in fast jeder / jedem von uns auch eine Regattaseglerin, ein Regattasegler steckt.

Diese Feststellung passt jedoch nicht zu den Regattafeldern, die insbesondere für Dickschiffe bei vielen Veranstaltungen seit Jahren kleiner werden. Ausgenommen davon sind Shorthanded-Regatten, bei denen allein oder zu zweit gesegelt wird. Beispiele hierfür sind das Silverrudder oder das Baltic 500, gesegelt oftmals mit modernde Racern oder Racer / Cruisern. Im Raum Kiel gibt es zudem große Teilnehmerfelder bei den „Leuchtturmveranstaltungen“ Ærø Rund und Aalregatta. Viele kleine Regatten direkt vor der Haustür finden jedoch nur noch mit sehr kleinen Feldern oder gar nicht mehr statt.

2001 haben Kieler Segelvereine den Förde-Cup wieder ins Leben gerufen. Der Förde-Cup ist eine vielleicht ein wenig in Vergessenheit geratene Regattaserie für Fahrtensegler, die über die Segelsaison verteilt 10 einzelne, unabhängige Regatten auf der Kieler Förde und in der Kieler Bucht miteinander verbindet.
Der Cup richtet sich weniger an ‚Regattaprofis‘, sondern vor allem an Fahrtensegler. Zur Wertung innerhalb des Cups werden die teilnehmenden Boote zur Vereinfachung per Yardstick miteinander verrechnet. Boote mit einem ORC-Rennwert können auf einen Yardstick-Rennwert umgerechnet werden.

Im vergangenen Jahr mussten von den 10 Wettfahrten 4 mangels eines ausreichenden Interesses der Beteiligten abgesagt werden. Die Gründe dafür sind vermutlich vielfältig, vielleicht auch, dass die einzelnen Regatten, aber auch der umspannende Cup selbst vielen von uns nicht mehr bekannt ist, er ist inzwischen ein Viertel Jahrhundert alt.

Um wieder Neugier zu erzeugen, stellen wir im Folgenden die einzelnen Regatten kurz vor. Geweckt werden sollen Interesse und Lust am Teilnehmen.

Förde-Auftakt-Regatta

Ausrichter         Seglervereinigung Kiel, Segel Club Baltic
Start / Ziel        vor dem SVK in der Innenförde
Revier /Kurs     Up- and Down in der Innenförde für Racer
Förde Bonus 8 durch die Förde für Cruiser/KanguruStart+ Bonussystem
Termin              Sonntag, 10.Mai 2026
Start 12:00 Uhr, nachmittags Preisverteilung mit Hotdogs

Ærø Rund
Ausrichter         Segel Club Baltic, Schilkseer Yacht-Club, Segler-Vereinigung Kiel,
Yacht-Club Gode Wind
Start / Ziel        vor Bülk, vor Marstal
Revier / Kurs    Nachtkurs Kiel – Ærø, Rückregatta sonntags Marstal – Kiel
Termin              12./14. Juni 2026; mit klassischem dänischen Kalten Büffet

Aalregatta
Ausrichter         Kieler Yacht Club
Start / Ziel        Innenförde / Eckernförde  Zurück Eckernförde / LT Kiel
Revier / Kurs    Festgelegter Kurs, Kieler und Eckernförder Bucht
Termin              20./21 Juni 2026
Ziel vor Eckernförde, inkl. Abendveranstaltung
Yardstick/ORC

24-Stunden-Rennen
Ausrichter         MSK e.V., WVM e.V.
Start / Ziel        Möltenort / Mönkeberg
Revier / Kurs    westliche Ostsee, mit Ausnahme eines Wegepunktes freie Kurswahl mit dem Ziel,
eine maximale Wegstrecke innerhalb von 24h zurückzulegen. Zusatzmeilen durch
Hafenbesuche
Termin              Freitag / Samstag, 05./06.Juni 2026
Renndauer 24 Stunden, anschließendes Zusammenkommen in Mönkeberg

Schwentine-Cup
Ausrichter         SHSV
Start / Ziel        Schwentine/Schwentine
Revier / Kurs    in der Förde bis max. Bülk/Laboe
Termin              30.05.2026 ganztägig
Preisverteilung mit Grillen für Racer und Cruiser

Förde Lights Cup
Ausrichter         SVS Kiel
Start / Ziel        Schwentine
Revier / Kurs    Kieler Innen- und Außenförde mit Racer und Cruiser Kurs
Termin              Samstag 05.September 2026, ganztägig

Stickenhörn
Ausrichter         SV Friedrichsort
Start / Ziel        Stickenhörn/Stickenhörn
Revier / Kurs    bis Wendtorf/Bülk ca. 15 sm KänguruStart
Termin              12.09.2026 ganztägig

Ehrenmal Pokal

Ausrichter         YCLa – Yachtclub Laboe
Start / Ziel        Yachthafen Laboe
Revier / Kurs    Up- and Down in der Außenförde
Termin              Samstag, den 19.September 2026
Start um 12 Uhr inkl. Ausklang mit Essen/Getränk im YCLa-Clubraum

SVK-Ausklang
Ausrichter         Seglervereinigung Kiel
Start / Ziel        vor der SVK in der Innenförde
Revier /Kurs     Up- and Down in der Innenförde
Termin              Sonntag, den 27. September 2026
Start 12:00 Uhr, anschließend Preisverteilung mit Hotdogs

Weshalb sollte ich teilnehmen? – eine kleine Lobrede auf das Regattasegeln
Regattasegeln fasziniert, weil es viel mehr ist als „nur“ schnelles Segeln. Es verbindet Wind und Wetter mit Technik, Taktik und Teamarbeit in einer Intensität, die in kaum einer anderen Sportart zu finden ist. Es geht um einen optimalen Start, gute Manöver und um die richtigen Entscheidungen im jeweils richtigen Moment.

Dazu kommen die taktischen Aspekte, Regattasegeln ist ein wenig wie Schach auf dem Wasser. Decke ich die anderen Boote, oder hoffe ich auf besseren Wind abseits des Feldes – Risiken und Chancen sind abzuschätzen, es bleibt eine Mischung aus Strategie und Intuition, so dass auch erfahrene Segler nicht auslernen.

Wird im Team gesegelt, kommt die Dynamik der Mannschaft hinzu. Jeder Handgriff soll sitzen, Kommunikation ist wichtig. Wenn es gut funktioniert, entsteht ein wunderbares Gemeinschaftsgefühl.

Letztlich erzeugt die Regattateilnahme ein besonderes Lebensgefühl: die frühmorgendliche Vorbereitung im Hafen, die Konzentration kurz vor dem Startsignal, die Geräusche aus Wind und schlagenden Segeln, das Gurgeln des Wassers am Rumpf, das Adrenalin auf der Zielkreuz.

Kurz gesagt: Regattasegeln ist schön und spannend, weil es uns vielfältig fordert, Naturerlebnis und Wettbewerb verbindet und immer wieder neue Herausforderungen bereithält. Der Förde Cup ermöglicht all dies direkt vor der Haustür, die gesamte Saison lang.

Neugierig geworden?
Weitere Informationen findet Ihr unter www.foerdecup.de bzw. bei den einzelnen ausrichtenden Vereinen. Meldet die Boote zusammen, so kann clubintern mit- und gegeneinander gesegelt werden, verbringt schöne Segelstunden auf unserem wundervollen Revier.

Terminkalender des Kieler Förde Cup als Download:
Regattaserie Kieler FördeCup 2026

Förde-Auftakt-Regatta 2026: Jetzt anmelden!

Liebe Segelbegeisterte,

die neue Saison steht in den Startlöchern – und vielleicht überlegst du schon, was du dieses Jahr alles erleben möchtest. Warum nicht direkt mit einem Highlight starten? Am 10. Mai wartet die Förde-Auftakt-Regatta auf dich!

Wenn du Lust auf echte Wettkampfstimmung hast und Punkte für den FördeCup sammeln möchtest, kannst du dich auf spannende Up-and-Down-Wettfahrten freuen – kurz, knackig und wie immer mit ordentlich Action.

Du willst es lieber etwas entspannter angehen? Perfekt! Mit dem neuen Format „Förde-Bonus-8“ gibt es jetzt genau das Richtige für dich. Dieses Rennen richtet sich speziell an Regatta-Neulinge, junge und erfahrene Segler gleichermaßen sowie an alle, die einfach mal reinschnuppern oder ein wenig „matchen“ wollen – ganz ohne Druck und unabhängig davon, ob das eigene Boot als „regattatauglich“ gilt.

Gestartet wird nach dem Känguru-Prinzip: Die langsameren Boote starten je nach Yardstick Handicapwert als erste, die schnelleren folgen später. Ziel ist, dass alle möglichst gleichzeitig ins Ziel kommen. Das sorgt nicht nur für einen entspannten Start ohne Gedränge, sondern macht den Zieleinlauf besonders spannend – denn hier entscheidet sich direkt die Platzierung! Wichtig: Klassische Regattaboote und erfahrene Crews bleiben bei diesem Format außen vor.

Und es wird noch besser: Für die Teilnehmer der Förde-Bonus-8 können sogar Yardstick-Bonuspunkte vergeben werden.

Förde-Auftakt-Regatta 2026: Jetzt anmelden!

Ein Beispiel gefällig? Stell dir vor, ein 91-jähriger Segler startet seine erste Regatta – einhand, ohne Spinnaker und auf einem 70 Jahre alten Boot. Dafür gibt’s satte 8 Yardstickpunkte extra. Wenn das mal kein Anreiz ist!

Gesegelt wird ein etwa 15 Seemeilen langes „Coastal Race“ quer durch die Kieler Förde. Die Strecke orientiert sich an festen Seezeichen und bildet grob die Form einer Acht – daher auch der Name „Förde-Bonus-8“.Förde-Auftakt-Regatta 2026: Jetzt anmelden!

Und als wäre das nicht schon genug, wartet nach dem Segeln noch ein weiterer Bonus: Hot Dogs ohne Limit bei der Preisverleihung. Klingt gut? Dann nichts wie raus aufs Wasser – wir freuen uns auf dich!

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, wie du denn teilnehmen kannst. Ganz einfach:

Du meldest dich über die Internetplattform manage2sail an.
Mit diesem Link geht es zur Anmeldung.

Bist du bei manage2sail schon registriert, ist eine Anmeldung ja ganz schnell erledigt. Bist du noch nicht bei manage2sail registriert, musst du dies einmal tun und dich dann für die Regatta anmelden. Alles nicht komplizierter als bei Amazon oder ebay ein Konto anzulegen und etwas zu bestellen. Aus organisatorischen Gründen kann nur über manage2sail gemeldet werden. Meldeschluss ist eine Woche vorher, am Sonntag, den 3. Mai 2026

Das Meldegeld für die Regatta beträgt übrigens  € 30,-. Dafür gibt es dann aber auch nach der Regatta Hot Dogs satt!

Bis dann
Eurer Regattawart Klaus

Schöne Erfolge von SVK Yachten bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Seesegler

Im Rahmen der Kieler Woche 2025 wurden in den Wertungsgruppen Offshore, Inshore und Double Handed die Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) der Seesegler ausgetragen. In der Gruppe Double Handed belegte die Sunfast 3200 WAVERIDER mit Eigner Bernd Lenz und Tim Katscher einen tollen 2. Platz. Mit einem 4.Platz reichte es die für die First 34.7 ASTARTE von Klaus Ricklefs und seiner Crew nicht ganz fürs Siegertreppchen bei der IDM Offshore. Beide Boote erreichten zudem bei der der Wettfahrt Eckernförde-Kiel, die nicht zum Meisterschaftsprogramm zählte, jeweils 1. Plätze.

Förde-Auftakt-Regatta 2025: Jetzt anmelden!

Liebe Segelbegeisterte,

die Boote sind im Wasser, die meisten Masten recken sich in freudiger Erwartung in den Himmel, die Segel sind angeschlagen und Ansegeln steht vor der Tür! Und dann? Doch gar keine Frage!

Förde-Auftakt-Regatta 2025 am 17. Mai natürlich!

Das Frühjahrsereignis für alle, die Spaß daran haben, das Beste aus ihrem Boot herauszuholen, die Spannung eines Starts zu erleben, den Wind zu lesen, die Aufregung gelungener oder auch weniger gelungener Manöver zu erleben, zu sehen, wie es andere machen, von anderen zu lernen, sich mit Gleichgesinnten zu messen und nach der Regatta mit den Konkurrenten, die dann zu neuen Freunden geworden sind, das Geschehen bei Kaltgetränk und Hotdogs noch einmal in aller Breite zu diskutieren. Oder kurz gesagt, einen entspannt aufregenden Tag auf dem Wasser zu erleben.

Damit wir alles gut vorbereiten können, solltet ihr für eure Meldung das Portal mana2sail benutzen:
https://www.manage2sail.com/de-DE/event/14475dc0-386b-48e8-9513-72429818cf03#!/

Und ja, kurz vor dem Start seid ihr als SVKler mit eurer Meldung auch noch im Regattabüro willkommen…

Bis dann
Eurer Regattawart Klaus

 

Absegeln 2024

Am 28.09.2024 ging die Segelsaison 2024 zu Ende-LEIDER!!

Ca. 30 Segler hatten sich vor dem Vereinsheim um den Flaggenmast versammelt, um den Vereins-Stander einzuholen. Zunächst ließ der zweite Vorsitzende Jan Büchel die etwas durchwachsene Segelsaison Revue passieren. Anschließend wurde unter leichten Schwierigkeiten der Vereins-Stander eingeholt.

Nach kurzer Diskussion, über das Ziel der kleinen Abschluss-Regatta, machte sich eine kleine Gruppe mit 5 Booten auf den Weg zur Glockentonne vor Laboe.

Nach einem kleinen Schauer meinte es der Wettergott gut mit uns, und die Sonne begleitete uns beim letzten Schlag bei 15 kN Wind.

Natürlich hatte auch dieser Törn seine Tücken, ein Frachter teilte die Gruppe, es gab Probleme mit Segeln und so erreichten leider nur 2 Boote die Glockentonne.

Im Anschluss haben alle Beteiligten bei Klönschnack und selbstgebackenen Kuchen im Vereinsheim den Tag ausklingen lassen.

Text: Lena, Wiebke, Frank
Bilder: Renate, Michael

Gelungener Saisonstart mit der Förde-Auftakt-Regatta 2024

Mit der gemeinschaftlich von der SVK und dem Segelclub Baltic e.V. ausgerichteten Förde-Auftakt-Regatta startete die Kieler „Yardstick Handicap Szene“ ihre Regattasaison. An den Start gingen insgesamt 14 Yachten. Das Spektrum der Boote reichte dabei von der scheinbar endlos langen 8mR Yacht „Feo“ bis hin zur kleinen Seascape 18 „Serendipity“. Die SVK war durch fünf Boote vertreten, was schon einigermaßen erfreulich, aber durchaus noch steigerungsfähig ist. Positiv fiel zudem auf, dass Boote mit zumeist jungen Leuten an den Start gingen, für die es ihre erste Regatta überhaupt war. Auch auf den „etablierten Booten“ waren einige Regattaneulinge zu sehen. Eine Entwicklung, die positiv stimmt.

Zu Beginn der Regatta wurden vom Wettfahrtleiter einige Startübungen abgehalten. Dies sollte es den Teilnehmern ermöglichen, den über den langen Winter angesetzten Rost etwas abzuschütteln. Dass dies auch durchaus sinnvoll war, wurde recht schnell offensichtlich, waren doch anfänglich einige Boote gar nicht, viel zu spät oder gar auf der falschen Seite an der Startlinie. Zur eigentlichen Regatta klappte dann aber alles. Gesegelt wurden zwei Up and Down Wettfahrten auf einer wegen der Windrichtung recht kurzen Bahn. Diese kurze Bahn verlangte den Crews viele, kurz aufeinander folgende Manöver ab. Der launisch wechselhafte Wind erforderte zudem taktisches Geschick und oft auch starke Nerven. Insgesamt also recht knackige und interessante Bedingungen.

Gesegelt wurde in zwei Startgruppen:

In Startgruppe 1 (Boote mit einem Yardstickwert von bis zu 100) gewann die „Astarte“ (Klaus Ricklefs, SVK) vor der “Feo“ (CKA) von Peter Strepp sowie Ralf Neumanns „Run“ vom PTSK.

In der Startgruppe 2 (Boote mit einem Yardstickwert von über 100) belegte die „Rujo“ mit Steuermann Jörg Heitmann (WSCE Kiel) den ersten Platz, gefolgt von der „Phönix“ mit Eignerin Frederike Nordmeier und Steuermann Holger Rövensthal (SVK). Den dritten Platz belegte schließlich „Momo“ mit unserem 1. Vorsitzender Lars Mücke seiner Frau Angela.

Erwähnt werden soll zudem der vierte Platz von Steuerfrau Imke Bortmann und ihrem Vorschoter Ralph Bortmann. Die beiden sind mit ihrer „Stormy“ (SVK) noch gar nicht so lange dabei, verbessern sich aber von Regatta zu Regatta. Das sollte doch Ansporn genug sein für alle, die sich bislang noch nicht getraut haben…

Zur Preisverteilung wurden nach einer Stärkung mit reichlich Hotdogs dann nicht nur die ersegelten Ergebnisse verkündet, Preise ausgegeben und manche Begebenheit im Verlauf der Regatta launig kommentiert, sondern auch allen Helfern gedankt, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz die Veranstaltung erst ermöglicht haben. Besonders zu nennen sind hier unser Wettfahrtleiter Ludwig Hinrichs, Sylva und Björn Tedsen, die sich um das Ausbringen der Bahnmarken gekümmert haben, sowie Thomas Wernitz, der seine „Dream On“ als Startschiff zur Verfügung stellte und dabei Klaus-Dieter Fritzen an Bord hatte.

Alle Ergebnisse finden sich bei manage2sail

 

Text:   K. Ricklefs
Video: S. Neitzel
Fotos: K. Ricklefs, B. Tedsen

 

Förde-Auftakt-Regatta 2024: Jetzt anmelden

Liebe Segelbegeisterte,

wir möchten euch noch einmal an die Förde-Auftakt-Regatta erinnern. Diese findet in diesem Jahr bereits recht früh am 5. Mai 2024, damit aber eben auch schon nach dem Ansegeln am 1. Mai, statt.

Wir denken, dass wir nicht betonen müssen, dass wir uns über zahlreiche Teilnehmer/innen, die unter dem Stander der SVK segeln, ganz besonders freuen würden. Schön wäre es, wenn ihr für eure Anmeldung das Meldeportal manage2sail nutzen würdet. Hier der genaue Link: https://www.manage2sail.com/de-DE/event/60223617-e010-4284-8a72-5c96f5f2ee4e#!/

Diese Art der Meldung erleichtert uns die Organisation erheblich, können wir doch rechtzeitig für genug Preise und vor allem für genug Hotdogs sorgen, die es kostenfrei „satt“ zur Preisverteilung geben wird.

Nachmeldungen direkt vor der Regatta würden wir für Vereinsmitglieder aber denn auch akzeptieren…

Gruß

Euer Regattawart Klaus

Nora und Alex ersegeln sich die Goldmedaille in Berlin bei den Special Olympics World Games

Was für ein toller Erfolg für unser Team bei den Special Olympics World Games in Berlin:

Nora und Alex haben sich bei den Regatten auf dem Wannsee souverän die Goldmedaille ersegelt. Nach einem Jahr intensivem Trainings überzeugten sie mit einer beeindruckenden Serie: viermal Platz eins, einmal Zweite in den Finalrennen.

Das Team startete in Level 1: Nora sitzt an der Pinne, Alex, der Athlet mit einer kognitiven Einschränkung, ist für den Trimm des Vorsegels zuständig.

Neben der Medaille und einer emotionalen Siegehrung, gab es eine weitere besondere Auszeichnung für Nora und Alex. Das Team reichte bei der offiziellen Abschlusszeremonie auf der Bühne am Brandenburger Tor die Flagge von Special Olympics stellvertretend für die deutsche Gesamtdelegation weiter in Richtung der Italienerinnen und Italiener. In Italien, genauer gesagt in Turin, finden 2025 die nächsten Special Olympics World Games (Winter) statt.

Nora und Alex ersegeln sich die Goldmedaille in Berlin bei den Special Olympics World Games Nora und Alex ersegeln sich die Goldmedaille in Berlin bei den Special Olympics World Games

Silverrudder – hautnah mit der Ronja

Silverrudder – das ist die Regatta, die sich kaum ein passionierter Einhandregattasegler entgehen lässt. Ein Erlebnis, das jeden Teilnehmer und jede Teilnehmenerin jedes Jahr aufs neue begeistert und immer für Überraschungen gut ist. 2022 (16.09. 10:00 Uhr bis 18.09. 12:00 Uhr) waren 450 Boote gemeldet, von denen 241 Boote dann auch im Ziel ankamen. Dabei war der Schnellste nach 15 h und 25 min im Ziel und der Langsamste 45 h und 9 min unterwegs.

Rund Fünen, dass ist jedem Tourensegler und auch uns SVK-Seglern geläufig. Aber wer hat das schon mal in zwei Tagen und einhand gemacht? Holger und seine Ronja, eine Albin Express, haben das bereits mehrfach geschafft. Auch dieses Jahr ist er an den Start gegangen und war nach 25 h und 37 min wieder im Ziel in Svendborg. Was für eine Leistung. In der Hafenkino Signalgruppe wurde während des Rennens intensiv mitgefiebert und natürlich die Daumen für Holger gedrückt.

Holger, der bereits vier Mal beim Silverrudder angetreten ist, hat es sich dieses Jahr nicht nehmen lassen auch einen kleinen Regattabericht zu verfassen. Den gesamten Beitrag könnt ihr als SVK-Blitzlicht im internen Bereich downloaden.

Hier ein Einblick in seine Regattaerlebnisse:

„Das Wasser ist unruhig, kleine Wellen klatschen aus verschiedenen Richtungen gegen das Boot, das mit über 6 Knoten auf die Startlinie zu rauscht. Der Wind ist besonders in den Böen recht kräftig und kommt achterlich. Um mich herum segeln 67 andere Boote meiner Startgruppe. Ich schaue an backbord achteraus, ob weitere Boote aus Richtung des Stadthafens kommen – da springt ein Delphin eine Art Salto!…

Zum vierten Mal starte ich beim Silverrudder, der wohl nach Anzahl der Boote größten Einhandregatta der Welt. Obwohl es eigentlich gar keine echte Regatta ist. Es trägt den Untertitel „Challenge of the Sea“, was viel treffender ist. Es ist in erster Linie eine Herausforderung. Von der Kombination Boot und Mensch gegen die Strecke und die Bedingungen.

Silverrudder - hautnah mit der Ronja

Silverrudder 2022 – Im Hafen von Svendborg, Photo: H. Rövensthal

Aber auch die Herausforderung, die man an sich selbst stellt. Man lernt dabei ja auch, wie man selbst reagiert wenn man z.B. über 24 Stunden nonstop alleine segelt. Vielleicht lernt man – wie ich – das der Schlafmangel gar kein so großes Problem ist. Jedenfalls gilt in dieser Veranstaltung noch viel mehr als bei normalen Regatten: Man
muss überhaupt erstmal in das Ziel kommen.

Die ersten zwei Male habe ich es nicht in das Ziel geschafft. 2017 gab es zu wenig Wind (siehe hier: Silverrudder 2017 Friday – YouTube, und The Hard Bastards Association – Seascape Silverrudder 2017 – YouTube,
2018 gab es zu viel Wind (siehe hier: Silverrudder 2018 – Svendborgsund – YouTube).

2019 ging es dann erstmalig bis ins Ziel bei teils kräftigem Wind (siehe hier: Silverrudder 2019 – A quick recap of the Race – YouTube). Meine Zeit mit 27 h und 57 min war nicht sehr gut, aber ich hatte eben auch einige Probleme unterwegs, die bremsten. Ein etwas verschleppter Tennisarm war auch nicht förderlich. Ich lernte, daß gute Vorbereitung sich wirklich auszahlt.

Dazu muss man sich Gedanken über das Handling und die Ergonomie an Bord machen. Dazu gehört das Wechseln und Bedienen von Segeln, aber auch die Frage, wo und was man an Essen und Getränken bereithält. Auch bei Nässe an Deck. Wie kriegt man bei rasanten Bedingungen die Navigation gerade in den engeren Passagen und bei Dunkelheit hin?

Für die Stromversorgung habe ich zusätzlich ein mobiles Solarpanel, das tagsüber schon den Verbrauch entlastet. Dazu ist natürlich fast alles – vor allem die Posis – auf LED umgestellt. Ich hatte diesmal sogar eine kleinere Ersatzbatterie mitgenommen, die ich aber nicht brauchte.

Zusätzlich zum einfachen Autopilot (Raymarine 1000+) habe ich eine Art verstellbaren und etwas nachgiebigen Pinnenfeststeller. Den kann ich sogar so vorspannen, daß er bei Ruderdruck den Autopiloten ein wenig entlastet.

Das Silverrudder ist auch beliebt bei Segelmachern: Selten sieht man so viele Code0, Gennacker usw. wie bei dieser Veranstaltung. Noch so eine Lehre: Will ich gut durchkommen, muss ich in der Lage sein, ein großes Vorwindsegel zu setzen. Auch wenn ich schon müde bin.

2022 war es schon schwierig, die richtigen Segel am Start oben zu haben. Wer sich das Startvideo (siehe hier: Silverrudder 2022 START 10:00 – YouTube) ansieht, der findet volle und gereffte Großsegel, große und kleine Vorsegel, ein paar wenige Gennacker und Code-Segel. Die meisten ließen es halbwegs konservativ angehen, zumal man sich mit einer Ramming – die tatsächlich bei den größeren Booten passierte – ja schnell den Tag versauen kann.

Deshalb hatte ich mich am Start schon etwas nach hinten sortiert, um Ärger aus dem Weg zu gehen. Das allgemeine Geschlängel nach Osten aus dem Sund war nicht schwierig, bei Thuroe Rev wurde mal wieder großzügig abgekürzt, aber ich war auch dort eher vorsichtig. Bei Westnordwestwind ging es flott an Lundeborg vorbei Richtung Große-Belt-Brücke.

Das ist für mich immer der erste echte Meilenstein. Für mich wird die Strecke überschaubarer wenn ich sie in Gedanken in Abschnitte teile. Nördlich der Brücke wurde der Wind etwas spitzer und später nahm er deutlich ab. Später hörte ich, daß Boote hinter uns – vor allem aus späteren Starts – Probleme hatten, die Brücke bei dem leichten Wind und Gegenströmung zu passieren.

Irgendwann kam ich zwischen Romsö und Fünen durch und die letzten Meilen nach Fynshoved standen an. Mittlerweile wurde es dunkel und der Wind aus Nordwest nahm zu. Es ging durch das kleine Fahrwasser am Riff und dann war schon der zweite Meilenstein geschafft.

Silverrudder - hautnah mit der Ronja

Sonnenuntergang beim Silverrudder, Photo: H. Rovensthal

Zum Glück wusste ich noch nicht, wie mühsam die nächsten Meilen werden würden. Eine üble kurze Welle bei bis etwa 25 Knoten Wind von vorne brachten einen sehr stolperigen Ritt, bei dem das Boot immer wieder gebremst wurde. Noch etwas, was ich gelernt hatte: Man glaubt immer, man wäre der einzige, der nicht vorankommt. Meistens haben die anderen ja ähnliche Probleme. Vermutlich hatten wir etwas Mitströmung, also Strom gegen Wind.

Bis hinter Skarö hält sich ein schöner Wind, der aber schon bei Rantzausminde schwächelt. Dazu kommt eine Gegenströmung, der man nicht so leicht entkommt. Die Boote klumpen geradezu zusammen in den flauen Bedingungen. Es sind bei Iholm Boote aus fast allen Startgruppen zusammen: X-442, First 31.7, Dragonfly 25 Sport, Comfortina 38, Archambault Surprise, X-79, Express.

Die letzten Meilen sind bei mir von einer leicht fatalistischen, humorigen Einstellung geprägt: „Nützt ja nix!“ Man tut sein Bestes, während man nur noch die letzten Meter ins Ziel will. Wir versuchen mit mehreren Booten dicht am Rundhafen von Svendborg vorbeizukommen. Fast gelingt es, dann ist der Wind alle und wir treiben alle rückwärts.

Ich sehe ein anderes Boot, das vorher schon geschickt durch die Strömung gekommen ist, auf der rechten Seite einen großen Bogen fahren. Der fährt die Außenkurve am Rande des Fahrwassers voll aus und bewegt sich in die richtige Richtung. Also motiviere ich die Boote rechts von mir, auch dorthin zu kriechen. Ich bin ja längst im Stau eingekeilt.

Wir schaffen es – um 12:07 Uhr bin ich im Ziel. Ich war 25 h 37 min auf der Bahn und damit über 2 Stunden schneller als 2019. Eine Verbesserung meiner Zeit von 2019 war mein Ziel.“

Tolle Leistung und Glückwunsch Holger zum super Ergebnis der diesjährigen Silverrudder-Teilnahme.

Silverrudder 2022 Official Aftermovie – YouTube

Weitere Informationen und Links:

https://www.silverrudder.com/

https://www.silverrudder.com/?News/Race-Guide

https://www.silverrudder.com/?Results

Coole Wettfahrten und heiße Hunde

Den Abschluss der Kielbootwettfahrten auf der Kieler Förde bildet traditionsgemäß die SVK-Ausklang Regatta. Es gingen insgesamt 16 Yachten, davon sechs unter dem Stander der SVK an den Start. Das Spektrum der Boote reichte vom superleichten Carbon Renner mit Neigekiel (YS 86) bis hin zur urlaubsklar ausgerüsteten Amethyst ohne Spi mit YS 119.

Coole Wettfahrten und heiße Hunde

SVK Ausklangregatta 2022, Photo: L. Mücke

Cool waren die Wettfahrten nicht nur, weil am 25.9.22 doch zu merken war, dass der Sommer zu Ende ist, sondern vor allem deshalb, weil es unserem Wettfahrtleiter Ludwigs Hinrichs trotz der eher schwachen Winde gelungen ist, zwei spannungsgeladene Up and Down Wettfahrten durchzuführen. Auf den Booten war dabei nicht nur wegen des kurzen Up and Down Kurses, sondern auch wegen der immer wieder drehenden Winde viel Manöverarbeit und taktisches Geschick angesagt. Es entwickelten sich wirklich spannende, um nicht zu sagen, coole Rennen, in deren Verlauf wohl niemand an Bord gefroren hat. Bei den etwas schnelleren Booten der Gruppe 1 gingen in beiden Wettfahrten die drei ersten Boote meist nur mit wenigen Sekunden Abstand über die Ziellinie. Gesegelt lag dabei die HEBE IV (KYC) vor der ASTARTE (SVK) und der PIKE (KYC). Berechnet drehte sich dann diese Reihenfolge um, was der PIKE auch den Gesamtsieg bescherte. In der zweiten Gruppe konnten die Mr. BIBER (WVM) und die FIETE (EWSK) je eine Wettfahrt gewinnen. Jeweils dritte wurde die RONJA (SVK).

Coole Wettfahrten und heiße Hunde

SVK Ausklangregatta 2022, Photo: L. Mücke

Bevor dann bei der Preisverteilung die Trophäen vergeben wurden, konnten sich alle Teilnehmer mit einem Freigetränk aus der SVK Gastronomie und reichlich Hotdogs stärken. Bei der Ausgabe der Würstchen und bei der selbst durchgeführten „Ausgestaltung“ des Belages ging es sehr gesellig, kommunikativ und friedlich zu. Nur einmal kam es an der Wurstausgabe kurz zu etwas Aufregung, als ein Wartender „Raum“ wegen Innenposition am Wurstkocher von seinem Hintermann forderte. Der Hintermann erwiderte daraufhin, dass er schon am Anfang des „3-Bauch-Kreises“ eine klare Überlappung hergestellt hätte, woraufhin der Vordermann auf den Bauch des Hintermannes schaute und sagte: „Okay, hast Recht“! Beide zogen dann zusammen und breit grinsend mit Würstchen im Brötchen von dannen…

Wir hoffen, dass wir an die gute Stimmung auf dem Wasser und bei der Preisverteilung Mai 2023 bei der Auftakt-Regatta anschließen können.

K. Ricklefs