Nach einer guten, wenn auch etwas stürmischen Saison ist unsere Fairwind wohlverdient in die Winterpause gegangen.
Fairwind – Vereinsboot, Photo: N. Ruhe, 2021
Bitte vergesst nicht, dass ein Segelboot auch im Winterlager Pflege benötigt. Die Termine, wo Hände zum Anpacken benötigt werden, werden von den Bootsbetreuern auch im Terminkalender bekannt gegeben.
Eure Bootsbetreuer Peter, Siggy und Frank
https://www.svk-kiel.de/wp-content/uploads/FairWind-Galerie-02.jpg10001600https://www.svk-kiel.de/wp-content/uploads/2022/02/SVK-Stander_mit_Text.svg2021-11-19 19:59:592021-11-19 20:01:47Die Fairwind hat Winterpause!
am Wochenenende vom 6. und 7.11. fanden in der SVK Workshops rund um den Einbaudiesel statt.
Dozent Dr-Ing. Robert Möckel, Photo: M. Scharmanski
Die Workshops werden im Rahmen einer bundesweiten Veranstaltungsreihe von Herrn Dr.-Ing. Robert Möckel angeboten. Er bietet praxisorientierte Workshops rund um Bootsmotoren, Elektrik und Co. an. Eine gute Gelegenheit für Bootseigner sich diesen Themenfeldern für Basiswissen oder Do-It-Yourself-Arbeiten zu nähern.
Am Sonntag den 07.11. fand der „Fortgeschrittenen“ Kurs nach dem Grundkurs am Samstag statt. Elf Teilnehmer, größtenteils von der SVK, haben daran teilgenommen. Da der Impfstatus zu Beginn des Workshops überprüft wurde, konnten die Teilnehmer ohne Maske am Workshop teilnehmen.
Hauptdarsteller des Workshops war aber der Anschauungsmotor, ein Volvo Penta MD 2040.
Genaue Untersuchung des Volvo Penta MD 2040, Photo: M. Scharmanski
Die Workshop-Teilnehmer hatten ganz unterschiedliche Interessen und Voraussetzungen, z.B. Wissensaufbau zur Vorbereitung für eine Weltumsegelung, Erweitern der Motorkenntnisse, da man selber nur einen Außenborder hat oder Kenntniserweiterung, weil im eigenen Boot Motoren verwendet werden, die ursprünglich aus dem Automobilbau kommen. Aber es gab auch noch verschiedene andere Interessenlagen am klassischen Bootsdiesel. Auch das Vorwissen der Teilnehmer war ganz unterschiedlich, von Anfängern bis hin zum jahrelangen Schrauber. Also genau die richtige Klientel für einen solchen Schrauber-Workshop. 🙂
Erklärung des Motors im Detail, Photo: M. Scharmanski
Der Workshop selbst war bewusst praktisch gehalten und so hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, den Motor Stück für Stück unter fachmännischer Anleitung vom Dozenten auseinanderzubauen.
Großes Interesse an Motorinnenleben
Praxis pur, denn es war ausreichend Zeit auch auf die Details einzugehen. Wie wird z.B. das Ventilspiel eingestellt? Wie sieht ein gebrauchter Zylinderkopf oder Kolben aus? Im Team wurde dann auch der Zylinderkopf noch ausgebaut und genau begutachtet. Welche Abnutzungserscheinungen sind zu erkennen? Worauf muss man dabei genau achten? Sehr aufschlußreich, sich diesen Dingen mit einem Experten zu nähern. Da gibt es dann auch immer Tipps und Tricks, die man gerne mitnimmt.
Weiter ging es mit dem Ausbau der Ventile und der Zylinderkolben des Bootsdiesels. Auch dies sind entscheidende Bestandteile des Motors, die einen Bootseigner richtig ärgern können, wenn Ventile falsche Spiel haben oder die Kolben Verschleißerscheinungen aufweisen.
Insofern ist gerade die Kontrolle des Ventilspiels wichtig und Herr Möckel zeigte allen, wie es gemessen und eingestellt wird. Zu guter Letzt wurde auch die Einspritzpumpe angegangen, bis dann auch wirklich alle wichtigen Bestandteile des Motors in Einzelteilen ausgebaut waren.
Abgebaute Motorteile gesammelt auf dem Tisch, Photo: M. Scharmanski
Ausbau eines Zylinderkolbens, Photo: M. Scharmanski
Der Dozent nahm sich bei dem Motor zerlegen viel Zeit und beantwortete ausführlich die individuellen Fragen.
Natürlich wurde zum Schluss der Motor gemeinsam von allen Teilnehmern zusammengebaut. Keine Frage, auch dass war natürlich erfolgreich. Bei soviel Schrauber-Sachverstand wundert das nicht.
Fazit: Ein super Seminar. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Kurs ein voller Erfolg war. Von daher wollen viele von den Teilnehmern im Februar an gleicher Stätte auch noch den Elektrikkurs von Robert Möckel besuchen.
Ein großes Dankeschön geht noch an Martin Scharmanski für die Zusammenstellung der WS-Inhalte und die Bereitstellung der Bilder, damit dieser Artikel überhaupt entstehen konnte.
Für alle, die es zeitlich nicht geschafft haben, zum Workshop zu gehen, hier der Hinweis, dass im Frühjahr 2022 wohl noch ein Bootsdieselmotor Workshop angeboten wird.
Am 05.11. fand der erste Schippertisch der Wintersaison 2021/22 der SVK statt. Kapitän Uwe Steinhoff hatte Renate, unserer Veranstaltungswartin, einen Vortrag zur alten Levensauer Hochbrücke zugesagt.
Wer bereits einen Vortrag von ihm gehört hat, wusste, uns erwartet eine bunte und gut aufbereitete Bauwerksreise von der Entstehung bis in die Neuzeit.
An diesem Abend fanden ca. 40 interessierte Vereinsmitglieder den Weg in unsere Vereinsgastronomie. Wie schön mal wieder eine Veranstaltung in Präsenz zu erleben, wenn auch coronabedingt unter Einhaltung der 3G-Regel des SVK-Hygienekonzeptes. Der Vortragsabend war in jedem Fall lohnenswert. Neues Wissen, über die Entstehung der Levensauer Hochbrücke, Baumängel und Instandhaltung, Brückenstatik, Fledermäuse sowie dem derzeitigen Ausbaustand der geplanten neuen Bogenbrücke konnten die Zuhörer erwerben.
Levensauer Hochbruecke mit Schrankenwaerterbude aus dem Jahre 1894, Bild U. Steinhoff
Die alte Levensauer Hochbrücke ist eine der letzten Brücken aus der Gründerzeit des Nord-Ostsee-Kanals und nunmehr weit über 100 Jahre alt. Gebaut 1893 überspannt sie als außergewöhnliche Bogenbrücke den Nord-Ostsee-Kanal mit einer Spannweite von 163 Metern und einer lichten Höhe von 42 Metern. Die feierliche Eröffnung der Levensauer Hochbrücke fand am 3. Dezember 1894 in Gegenwart von Kaiser Wilhelm II. statt.
Bei der ersten Kanalerweiterung (1907 – 1914) wurde die Kanalsohle des NOK unter der Brücke von 22 auf 44 Meter verbreitert. Ein großes Problem für die Bauingenieure, denn die Brückentürme hatten kein tiefgehendes Fundament. Durch das Gewicht der Türme, wären die Erdmassen unter den Türmen ohne weitere Sicherungsmaßnahme in den Kanal gedrückt worden, so Kapitän Steinhoff. Die Lösung, zwei Stützmauern unter den Türmen. Aber der Preis war hoch. Bereits 1928 war eine grundlegende Sanierung der Brücke erforderlich, weil sich die Brücke gesenkt hatte und mehrere Zentimeter tiefe Risse im Mauerwerk der Türme entstanden waren.
Kapitän Steinhoff zeigte in eindrucksvollen Bildern was eben passiert, wenn die Statik der Brücke durch Baumaßnahmen verändert wird. Bilder von tiefgreifenden Bauwerksrissen der massiven Brückentürme und Bilder der aufwändigen Sanierung wurden vorgestellt und kritisch hinterfragt. Eine Sanierungsmaßnahme, die mehrfach in den letzten Jahrzehnten wiederholt werden musste, um die Brückensicherheit zu gewährleisten. Blickwinkel, die wir so noch nicht kannten.
1954 wurde die Brücke dann umfassend modernisiert, um den zunehmenden Verkehr gerecht zu werden. Die Tragfähigkeit der Brücke wurde von 22 auf 60 Tonnen vergrößert und leider mussten die von Hermann Muthesius entworfenen Portaltürme beseitigt werden. Dabei wurde der Geh- und Radweg seitlich vor den westlichen Brückenbogen verlagert. So entstand zwischen den Bögen ausreichend Platz für ein Eisenbahngleis und davon getrennt zwei Fahrspuren für den Straßenverkehr.
Levensauer Brücke 2008, Von KarleHorn at de.wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19238334
Selbst das Restaurant Magaretenthal wurde im Bildervortrag mit seiner Entstehung bedacht. In diesem Sommer, 20 Jahre nach seiner Schließung, wurde das Restaurant Magaretenthal übrigens wieder neu eröffnet. Weitere Infos unter https://margaretental.de/historie/
Doch die Tage der Brücke sind nun endgültig gezählt, denn im Bereich der Levensauer Hochbrücke befindet sich die letzte Engstelle des Nord-Ostsee-Kanals, die nun beseitigt wird. Die alte Levensauer Hochbrücke muss nun einem Neubau weichen. Auch hier erzählte Uwe Steinhoff anschaulich, was alles für den Neubau in Vorbereitung geplant und bereits umgesetzt oder in Entstehung begriffen ist. Auch ein Exkurs in die Fledermauswelt fand statt, denn in den Turmfundamenten, in denen sich jeweils eine Halle mit Fensteröffnungen befindet, finden jedes Jahr etwa 6000 Fledermäuse ein Winterquartier. Dort überwintern in den Dehnungsspalten des Mauerwerks Große Abendsegler, Zwerg-, Wasser-, Teich-, Fransen- und Breitflügelfledermäuse. Die Beibehaltung eines Brückenfundaments, um auch mit dem Neubau ein Fledermauswinterquartier zu erhalten, ist keine kostengünstige Lösung.
Kapitän Steinhoff beendete seinen Vortrag mit einem Ausblick wie die neue Brücke, ebenfalls eine Bogenbrücke, aussehen wird und wie sie technisch voraussichtlich entstehen könnte. Weitere Infos zur Baumaßnahme findet ihr im Internetauftritt des Wasserstraßenneubauamts.
Der Beifall der Zuhörer und auch die angeregten Diskussionen hinterher zeigten, dass der Vortrag mit seinen technischen Einblicken gut angekommen ist. Vielen Dank Herr Kapitän für diesen wirklich unterhaltenswerten Vortrag.
An dieser Stelle möchten wir noch auf den nächsten Schippertisch am 03.12.2021 hinweisen. Dieser wird von unseren Vereinsmitgliedern Janna und Ilja gestaltet. Sie werden uns auf ihren Blauwassertörn mit der S/Y Thula mitnehmen.
Wir hoffen auf rege Beteiligung am 03.12. Achtung, der Schippertisch läuft, verbehaltlich neuer Corona-Regelungen, ebenfalls als 3G-Veranstaltung.
N. Ruhe
https://www.svk-kiel.de/wp-content/uploads/Levensauer_Hochbruecke_2011.jpg13642048https://www.svk-kiel.de/wp-content/uploads/2022/02/SVK-Stander_mit_Text.svg2021-11-09 23:28:442024-06-10 17:49:13Schippertisch-Nachlese – Eine Brückenerlebnisreise
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